Bildberichte des Vereins
Allerseelen zu Corona-Zeiten 2020
1.Januar 2020
Am ersten Tag des neuen bundesweiten 2.Lockdowns zum 2. November 2020 durften religiöse Veranstaltungen im Freien doch noch durchgeführt werden. Diese Chance hat unser Verein gerne angenommen und unter den fast schon normalen Bedingungen von Maskenpflicht und Abstandsregeln, die traditionelle Allerseelen-Andacht mit Pater Elias abgehalten. Im Zentrum standen traditionelle christliche Gebete, Gesänge und die Segnung der Gräber. Neu war in der Ansprache des Priors des Düsseldorfer Dominikanerklosters, Elias Füllenbach, die Einbeziehung der COVID-19-Toten und die anschliessende Segnung der erst im September/Oktober gesetzten Gedenksteine für die Suizidenten und Hinterbliebenen von SUIZID sowie für den "Kleinen Wilhelm", dem Schulfreund Heinrich Heines, für dessen Tod durch Ertrinken er sich schuldig fühlte.
Trotz der diesjährige Widrigkeiten der Pandemie, nahmen 25 Personen an der Andacht mit Führung teil. Die Ansprache mit Vortrag von Allerseelen-Gedichten erfolgte durch unser Vorstandsmitglied Angelika Liedhegener.
Wir danken allen Anwesenden für ihr Interesse und ihren Einsatz für unseren Golzheimer Friedhof !
Allerseelen
Ob wohl die Toten im Grabe nichts spüren?
Ob sie nicht dürsten, ob sie nicht frieren...
Ahnen sie nichts mehr von Freude und Trauer,
Sind sie so leblos wie Mörtel und Mauer,
Die ja, so meint man, wie Wolke und Wind
- Weiß man es wirklich? - empfindungslos sind.
Sehnen sich Tote nie mehr nach dem Einst?
Wissen sie gar nicht, dass du um sie weinst,
Laut um sie klagst in den sternhellen Nächten,
Mit ihnen bist in den finsteren Schächten,
Wo sie nun liegen mit Erde und Wurm.
In meinen Träumen läutet es Sturm,
Schlägt´s an mein Fenster, rasselt´s an Türen.
- Ob wohl die Toten im Grabe nichts spüren?
Mascha Kaleko (1907-1975)