Bildberichte des Vereins

Putztag der Paten am Sa., 26. Mai 2018 auf dem Golzheimer Friedhof
1.Januar 2018    Der diesjährige Putztag fand bei strahlendem Wetter in herrlichster Parkatmosphäre statt und wurde zu einem gemeinsamen neuen Erlebnis von engagierten Bürger*innen, Paten, dem Bürger-Verein "Der Golzheimer Friedhof soll leben!" e.V. und den Mitarbeiter*innen des Gartenamtes. Anders als in den Vorjahren war es eigentlich nicht mehr die Jahreszeit für einen Frühjahrsputz und auch die Zahl der Paten war diesmal auf ein Minimum gesunken. Die Einladungen des Gartenamtes waren mit dem Verein auch nicht abgesprochen, gingen zu spät nur von dort raus und es kamen ungewöhnlich viele Einladungen dort wegen nicht aktueller Adress-Daten zurück. Dennoch war es dem Verein erstmals gelungen, durch die letzten Führungen/Rundgänge im Mai d.J. neue Patenschafts-Kandidaten anzusprechen und kurzfristig für diesen Putztag zu gewinnen. Und so wurde es mit den umfangreichen Vorbereitungen des Gartenamtes doch noch ein gelungener Tag, der allen viel Spaß gemacht hat und viel Raum ließ für Gespräche zwischen den Verantwortlichen und mit den einzelnen Paten, die sich "ihr" Grab und die Geschichte des Menschen dahinter anzueignen versuchten. Da war die Gruppe des Vereins "TABU SUIZID" e.V. mit Frau Petra Kellermann, Frau Reichmann-Schmidt und Herrn Udo Schmidt, die sich das Grab der Familie Vielhaber ausgewählt hatten. Der 17-jährige Sohn Anton war am 12. Juli 1824 "in des Rheines Fluth" ertrunken und hatte "ihn als Blüthe noch vom kräft´gen Baum des Lebens" gerissen. Diesen Text, im von Kriegsschäden schwer beschädigten Grabstein in der Nähe des Feldes 9, wieder sichtbar zu machen, waren die Neu-Paten bemüht und nahmen ihre neue Aufgabe der Patenschaft sehr ernst. Eine zweite Gruppe waren die 3 Personen von der "Geschichtswerkstatt" mit ihrem neuen Vorsitzenden Dieter Pauly. Sie konnten einer Zuteilung eines Grabes durch unseren Verein für ihren Verein kaum abwarten und hatten sich begleitet von Herrn Tobias Lauterbach vom Gartenamt engagiert ans Werk gemacht und das Patengrab unserer verdienten Mitglieder Frau und Herrn Dr. Dann, das Grabmal  des Medizinalrates Dr. Ebermeier, gereinigt. Dieser Eintragungsfehler in den überholten Patenschaftslisten des Gartenamt konnte durch Herrn Wilhelm Zacher schnell korrigiert werden. Es zeigte sich, daß der langjährige krankheitsbedingte Ausfall von Frau Wiebrock vom Gartenamt, die all die Jahre immer sehr eng mit uns zusammenarbeitete, dieses Patenschaftsprojekt schwer zurückgeworfen hat. Es konnte letztlich ein geeignetes Grab für die Geschichtswerkstatt gefunden werden: das Grab der Familie Clasen/Cantador, den Eltern von Lorenz Clasen, dem Vertreter und Cousin Lorenz Cantadors, den beiden Chefs der revolutionären Bürgerwehr und Maler des Historienbildes der "Germania auf der Wacht am Rhein" (1860). Mit diesem Grab war Dieter Pauly schon auf dem Rundgang von Dr. Dieter Sawalies zu den "Spuren der Düsseldorfer Revolution vom 9. auf den 10. Mai 1849 auf dem Golzheimer Friedhof" begegnet. Eine ganz andere "Entdeckung" machte Frau Ursula Struwe, die sich für ein Grab eines ganz "normalen Düsseldorfer Bürgers" interessiert hatte. Unser Verein hatte ihr mitgeteilt, daß die Reihengräber des "normalen Volkes" längst verschwunden sind und von den 20 000 Gräbern eben nur noch die wenigen als 350 Grab-Steine erhalten sind, allesamt von Menschen des 19. Jahrhunderts, die damals schon das Geld hatten für so etwas, während der einfach Mensch in den Hungerjahren der Jahre 1820 bis 1850 ums Überleben zu kämpfen hatte. So entschied sie sich für den "Armenarzt" Dr. Brewer, der im 19. Jahrhundert mittelloses Kranke kostenlos ärztlich versorgte und dafür aus der Gemeindekasse besoldet wurde. Dieses Grab aber war "verschwunden" und wurde von Herrn Lauterbach geradezu aus dem Gestrüpp herausgeschnitten und anhand von Unterlagen zu identifizieren versucht. Schon 2016 hatte unser Verein diese Gräber auf einer umfangreichen Liste dem Gartenamt gemeldet und deren Verschwinden angezeigt. Es war aber nichts geschehen. Nun konnte es nicht gefunden werden und Herr Lauterbach bot ein alternatives Grab an, was Frau Struwe aber ablehnte. Sie bestand auf Dr. Brewer und so wurde der Grabstein nach intensiver Suche doch noch identifiziert. Er war in dichtem Unterholz von einem Baum verdrängt umgefallen und lag auf der Frontseite im Boden "versunken". Frau Struwe erhielt das Versprechen, daß dieses Grab im Herbst wiedererrichtet und der Bewuchs so beschnitten wird, daß diese gesamte Gruppe von Grabsteinen allen Besuchern des Friedhofes wieder sichtbar gemacht wird. Patin und unser Verein waren glücklich über diesen Ausgang, was aufzeigt, was an Fürsorge für den Erhalt des Golzheimer Friedhofes möglich ist, wenn Gartenamt, Verein und engagierte Bürger*innen konstriktiv und partnerschaftlich zusammenarbeiten. Die Presse hatte dazu auch ein Foto gemeinschaftlichen Handelns am Grab von David Bornemann, dem Gründer des CVJM geschossen und alle zusammen bedankten sich bei Frau Toerkel für deren wunderbaren Zitronenkuchen, den sie extra für uns gebacken hatte. Insgesamt also ein sehr erfreulicher sonniger Tag für uns und unsere Aufgabe,  alles zu tun, um dieses Juwel eines Gartendenkmals wieder in das Bewußtsein der Bevölkerung zurückzuholen, damit es nicht allein in einem Hinterhof-Zustand großer Bauten versinkt, sondern " leben soll" ! Und deshalb auch ein "begehbares Denkmal" und implementiert Teil des "Grün-blauen Ringes"  der neuen Kunstmeile sein muß und nicht außen vor bleiben darf.